Feigwarzen
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Alles über Feigwarzen

Feigwarzen

Wie gefährlich sie sind und wie man sie behandeln kann.

Es gibt Themen, über die spricht man einfach nicht gerne: Feigwarzen zum Beispiel. Allein die Vorstellung ekelt viele an und hat man sich angesteckt, wollen es die meisten verheimlichen und viele schämen sich dafür. Dabei ist das gar nicht selten! Deshalb möchten wir dich heute über eine der am häufigsten sexuell übertragenen Krankheiten aufklären: Feigwarzen.

Was sind Feigwarzen?

Feigwarzen (auch Kondylome genannt) sind kleine Hautwucherungen, die sich meist im Genital- und Analbereich auftreten. Sie entstehen durch die Ansteckung mit Humanen Papillomaviren (kurz: HP-Viren), welche durch ungeschützten sexuellen Kontakt, also Sex oder Petting, weitergegeben werden. Es gibt unterschiedliche Arten von HPV-Viren, wobei die Auslöser für Feigwarzen in der Regel HPV-Typ 6 und 11 sind (sogenannte „Low-Risk-Viren“). In Normalfall sind Feigwarzen harmlos, da die meisten Wucherungen gutartig sind. Die Viren gelangen z.B. über kleine Verletzungen oder Ekzeme in die oberen Hautschichten, wo sie dann Veränderungen auslösen können.

Woran erkenne ich Feigwarzen?

Die Hautwucherungen sind ungefähr so groß wie ein Stecknadelkopf und grau-weiß oder rot-bräunlich gefärbt. Meistens siedeln sich mehrere Warzen an einer Fläche an und kommen dort gehäuft vor.

Was sind die Symptome?

Eine Ansteckung mit HPV-Viren lässt sich im Grunde mit einer Herpes-Infektion vergleichen: Das Tückische ist, dass sie sich oft lange Zeit – manchmal sogar ein ganzes Leben lang – nicht bemerkbar macht. Durch ein geschwächtes Immunsystem ist die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung für die Krankheit allerdings höher. Haben sich – im Fall einer HPV-Ansteckung – Warzen-Herde gebildet, sind diese meist auf einen Blick sichtbar oder spürbar. In seltenen Fällen können diese sich auch durch Jucken, Brennen und einen vermehrten Ausfluss bemerkbar machen. Achtung: Auch wenn die Ansteckung mit HPV-Viren keine sichtbaren Symptome auslöst, können die Viren auf andere übertragen werden. Derzeit sollen ca. 60 Prozent der Deutschen den Virus in sich tragen. Die Gefahr für eine Ansteckung ist also relativ hoch.

Angesteckt – und nun?!

Solltest du Symptome bemerken, die auf eine Feigwarze hinweisen, suche umgehend einen Arzt auf. Dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin ist hier der richtige Ansprechpartner. Auch wenn es dir unangenehm ist, solltest du der Sprechstundenhilfe klar sagen, was deine Vermutung ist, sodass du so schnell wie möglich einen kurzfristigen Termin bekommst. Wichtig ist nach einer Ansteckung, dass du aufhörst dich (im Intimbereich) zu rasieren. Denn durch die scharfen Klingen kannst du dir schnell kleinere Verletzungen zufügen, wodurch das Risiko für eine Verbreitung der Infektion erhöht wird. Außerdem solltest du – ähnlich wie bei einem Herpes-Ausbruch –unbedingt auf Sex verzichten, bis die Feigwarzen vollständig abgeklungen sind. Andernfalls setzt du deinen Partner einem sehr hohen Risiko aus, sich anzustecken.

Die Behandlung

In den meisten Fällen, entstehen Feigwarzen außen auf dem Körper. Diese können in der Praxis identifiziert und durch äußere Behandlung, also dem Auftragen von Cremes oder Lösungen selbst zu Hause behandelt werden. Die Behandlung kann mehrere Wochen dauern und sollte regelmäßig ärztlich gecheckt werden.

Weniger häufig kommen Feigwarzen vor, die im Körperinneren, also z.B. auf Schleimhäuten, angesiedelt sind. Diese Art ist nicht auf einen Blick ersichtlich und bleibt deshalb teilweise lange unentdeckt. In seltenen Fällen müssen Feigwarzen operativ entfernt, mit Säure behandelt oder vereist werden. Aber keine Sorge, sollte es zu solchen Behandlungsmaßnahmen kommen, wirst du lokal betäubt.

Was für langfristige Folgen können entstehen?

Auch wenn die Behandlung erfolgreich war, können Kondylome immer wiederkommen. Denn es kann sein, dass Zellen, die sich um den Warzenherd herum befinden, bereits infiziert sind und sich dort neue Warzen bilden. Außerdem werden bei der Behandlung eventuell nicht alle Warzen-Stellen vollständig erreicht, sodass restliche Wucherungen bleiben können.

Wie kann ich mich schützen?

Auch wenn Kondome zwar vor vielen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen, können sie eine Ansteckung mit HP-Viren nicht sicher verhindern. Denn die Erreger können sich an vielen Stellen des Genitalbereichs aufhalten und deshalb z.B. auch durch Berührungen der Hände übertragen werden. Um sich sicher vor einer HPV-Ansteckung und deren Folgen zu schützen, bleibt die Impfung die einzige Möglichkeit. Die HPV-Impfung, oder auch Gebärmutterhalskrebs-Impfung genannt, schützt dich vor sämtlichen HPV-Typen. Sie verhindert eine Ansteckung vorbeugend, hilft aber nicht im Akutfall. Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Jungen und Mädchen im Alter von 9-14 Jahren, vor dem ersten Sex. Du kannst dich aber auch nachträglich impfen lassen, solange noch keine HPV-Viren in deinem Körper nachgewiesen werden konnten.

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