Geld zählen: Mehrwertsteuer für Hygieneartikel?
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Teure Tage: Mehrwertsteuer für Hygiene-Artikel?

Geld zählen: Mehrwertsteuer für Hygieneartikel?

Immer mehr Länder heben die hohen Steuern auf

So viele Vorzüge es auch hat, ein Mädchen bzw. eine Frau zu sein – mit der monatlichen Blutung schlagen sich die meisten ungern herum. Zum Glück gibt es heute viele praktische Hygiene-Artikel, welche die Tage etwas angenehmer machen. Doch Tampons, Binden und Co. haben ihren Preis: Sie gelten in einigen Ländern als „Luxusgüter“, weshalb teilweise hohe Steuern auf den deren Einkauf gezahlt werden müssen.

Nicht für jede bezahlbar

Was die Höhe der Mehrwertsteuer auf Hygieneartikel angeht, ist Deutschland an der Spitze. Aktuell werden diese mit 19 Prozent versteuert. Zum Vergleich: Auf andere „Gegenstände des täglichen Bedarfs“ wie z.B. Schnittblumen kommen nur sieben Prozent Steuern. Auch wenn dir die paar Euro für eine Packung Tampons vielleicht nicht viel erscheinen – in Summe kommen einige Kosten zusammen. Durchschnittlich gibt eine Frau im Laufe ihres Lebens während der Periode ca. 1.200 € für Hygieneartikel wie Tampons aus. Es gibt einige Frauen bzw. Familien, die sich die vergleichsweise teuren Hygieneartikel nicht leisten können und deshalb darauf verzichten. Aus der Not heraus verwendet sie stattdessen völlig ungeeignete Mittel wie Zeitungen und Kleidungsfetzen, so die Ergebnisse einer Umfrage in Schottland. Das ist nicht nur unhygienisch ist, sondern kann auch gefährlich werden.

Ein internationales Umdenken

Die Mehrwertsteuer auf Hygieneartikel für die Periode sorgt seit vielen Jahren immer wieder für Empörung und Diskussion. Denn für Frauen stellen die Produkte keinen Luxus, sondern eine monatliche Notwendigkeit dar. Die ersten Länder wie Spanien und Frankreich haben bereits darauf reagiert und die Steuern erheblich gesenkt. Im Bundesstaat New York, in Kanada, Irland und Großbritannien wurde die Besteuerung sogar vollständig aufgehoben. Und auch Schottland zeigt sich fortschrittlich: Hier können sich Mädchen und Frauen jetzt in über hundert öffentlichen Gebäuden Tampons und Binden aus einem Automaten erhalten – völlig kostenfrei. Dass immer mehr Länder und Regierungen sich der Thematik annehmen, lässt darauf hoffen, dass Mädchen und Frauen in Zukunft überall günstig Zugriff auf Hygieneartikel für die Monatsblutung haben. Wir sind gespannt ob und wann auch die deutsche Regierung die nötigen Produkte nicht mehr als Luxusgüter einstuft.

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